Bewerbung um eine Ausbildungsstelle
Die schlechte Nachricht zuerst: Sich zu bewerben ist Schwerstarbeit. Und nun die gute Nachricht: Bewerbungen sind auch Übungssache. Mit zunehmender Erfahrung und einem entsprechenden Wegweiser — als solchen verstehen wir dieses Buch — wird es Ihnen immer leichter von der Hand gehen.
Das A und 0 einer erfolgreichen Bewerbung ist die Vorbereitung. Und dazu sollten Sie für sich erst einmal die drei wichtigsten Ausgangsfragen klären, nämlich:
• Was kann ich?
• Was will ich?
• Was ist möglich?
Das hört sich leichter an als es ist. Machen Sie doch mal ein Experiment: Sicherlich besitzen Sie noch einen alten Kassettenrekorder. Legen Sie eine Kassette ein, drücken Sie auf Aufnahme und sprechen Sie eine Viertelstunde darüber, was Ihnen spontan zu diesen drei Fragen einfällt.
Na, war es schwer, die Zeit zu füllen? Dann geht es Ihnen wie 90 Prozent aller Bewerber. Aber das können Sie jetzt ändern. Um Ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten, also der Beantwortung der Frage »Was kann ich?« auf die Spur zu kommen, helfen Ihnen folgende Fragen:
• In welchen Schulfächern waren Sie gut, bzw. an welchen hatten Sie ein starkes Interesse?
• Welche handwerklichen, technischen oder künstlerischen Fähigkeiten haben Sie?
• Verfügen Sie über besondere Fähigkeiten im Umgang mit Menschen und/oder haben Sie organisatorisches
Geschick (vielleicht tragen Sie im Sportverein als Kassenwart Verantwortung, oder Sie haben in einer Jugendgruppe eine Aufgabe übernommen etc.)?
• Haben Sie Hobbys, die für bestimmte Fähigkeiten sprechen (Computer = EDV-Interesse; Heimwerken, Technik, Basteln = handwerkliches Geschick; Angeln = Geduld, Ausdauer; Mannschaftssport = Teamgeist)?
Um Antworten auf die Frage »Was will ich?« zu bekommen, ist es in jedem Falle sinnvoll, sich auch an die Bundesagentur für Arbeit zu wenden. Im örtlichen Berufsinformationszentrum (BIZ) können Sie sich über alle Ausbildungsberufe informieren. Lassen Sie sich auch einen Termin beim Berufsberater geben. Wer weiß, vielleicht erfahren Sie auf diesem Weg von einem neuen Beruf, den Sie bisher noch gar nicht kannten und können Ihre Chancen so erhöhen. Warum muss es für junge Männer immer Kfz-Mechaniker oder Bankkaufmann sein? Und Schulabgängerinnen, die Bürokauffrau oder Erzieherin werden möchten, gibt es auch reichlich. Vielleicht finden Sie eine Lücke. Nicht nur bei der Gestaltung der schriftlichen Bewerbungsunterlagen, überhaupt bei der Suche nach einer Lehrstelle sollten Sie den Mut haben, über ungewöhnliche Wege nachzudenken und Neues auszuprobieren. Wie wäre es als junge Frau z. B. in einem so genannten Männerberuf, vielleicht als Tischlerin, Malerin – oder als Metallbauerin?
Der Besuch bei der Bundesagentur für Arbeit ist auch deshalb wichtig, um die dritte Frage in Sachen Berufsfindung zu klären, nämlich: »Was ist möglich?« Hier können Sie erfahren, welcher Schulabschluss nötig ist, wie groß die Zahl der Ausbildungsstellen-Angebote ist, welche Aufstiegsmöglichkeiten bestehen etc.
Einfache Beispielbewerbung!
Bewerbungsinfo.pdf [2.191 KB]
