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Vorstellungsgespräch für eine Ausbildung

Verlauf

Wie verläuft ein Vorstellungsgespräch?
Natürlich existiert nirgendwo eine verbindliche Regel, wie ein Vorstellungsgespräch abzulaufen hat. Unterschiedliche Interviewer werden immer unterschiedliche Wege gehen, um möglichst viel von Ihnen zu erfahren. Dazu kommt, dass schon aufgrund der spontanen Situation des Gesprächs kein Vorstellungsgespräch dem anderen gleichen kann. Dem ungeachtet haben sich die meisten Personalverantwortlichen aufgrund jahrelanger Erfahrung und Routine Vorgehensweisen angeeignet, die es erlauben, den Verlauf eines Vorstellungsgesprächs auch für Sie als Befragten planbar zu machen.
Siekönnen davon ausgehen, dass Ihr Vorstellungsgespräch - gelegentliche Überraschungen eingeplant - grundsätzlich wie folgt abläuft:

Begrüßung und Gesprächseröffnung
Vorstellungsphase (Fragen des Interviewers)
Informationsphase (Fragen des Bewerbers)
Verhandlungsphase
Gesprächsabschluss und Verabschiedung


Begrüßung und Gesprächseröffnung

Begrüßung

Vorstellungsgespräche können unterschiedlich lange dauern. Sie sollten aber von mindestens 45, und (bei einer Bewerbung um einen Ausbildungsplatz) maximal 90 Minuten ausgehen. Anwesend sein werden in einem kleinen Unternehmen der Geschäftsführer, Ausbildungsleiter und Fachbereichsvertreter, in größeren Unternehmen Personal- und Ausbildungsleiter, sowie Fachbereichsvertreter.
In der Regel beginnt ein Vorstellungsgespräch so, dass Ihnen der Einstieg leicht gemacht werden soll. Sie bekomen also Zeit, in die Situation hineinzufinden und Ihre Hemmungen abzulegen. Was die Grundlage für einen wirklichen, intensiven Informationsaustausch darstellt.
Ungefähr so könnte Ihr Vorstellungsgespräch beginnen:Begrüßung und gegenseitige Vorstellung Achtung: Betreten Sie das Zimmer ruhig und sicher. Kein Huschi-Händedruck, aber auch kein Schraubstock. Warten Sie bis Ihnen ein Platz angeboten wird. Merken Sie sich unbedingt die Namen Ihres / Ihrer Gesprächspartner, um sie im Gespräch wiederverwenden zu können. Bemerkungen zur Anreise, Frage nach Getränk Dank für die Bewerbung (inkl. der Versicherung der vertraulichen Behandlung) Begründung der Einladung Kurze Vorstellung des Unternehmens (Rechtsform, Eigner, Aufbau, Abteilungen). Diese Vorstellung bleibt allgemein, indem Ihre Gesprächspartner später im Detail über Ihren Platz im Unternehmen und damit auch über spezifische Strukturen des Unternehmens sprechen werden. Ende des Warm-Ups, Übergang zu Ihnen und Ihrer Person, in der Regel mit ersten Fragen nach Ihrem Lebensweg, Ihren schulischen Leistungen, und, sofern vorhanden, ersten praktischen Erfahrungen in der Berufswelt (= Qualifikationen).

Vorstellungsphase (Fragen des Interviewers)

Mit der Vorstellungsphase beginnt der entscheidende Teil des Gespräches. Der oder die Interviewer werden jetzt dazu übergehen, Sie konkret und detailliert zu befragen. Und zwar zunächst auf der Grundlage dessen, was bereits bekannt ist (aus Ihren Bewerbungsunterlagen). Diesen Grundlagen nachzugehen, wird den ersten Teil dieser Gesprächsphase einnehmen, gehen Sie aber davon aus, dass nun auch die Informationen "zwischen den Zeilen" Themen sind: Jetzt wird Ihren Angaben nachgeforscht, jetzt werden fachliche und auch persönliche Qualifikationen erfragt, die allein auf der Grundlage Ihrer Bewerbungsunterlagen nicht zu klären waren, jetzt wird Ihnen über das, was schon bekannt war, bevor Sie den Raum betreten haben, "auf den Zahn gefühlt."
Ungefähr so könnte sich die Vorstellungsphase gliedern:Fragen nach Ihrer Schulbildung (Lieblingsfächer, Stärken, Schwächen, ev. auch warum in welchem Schuljahr wiederholt wurde, woher erklären sich Leistungsabfall bzw. Leistungssteigerungen, möglicherweise Abbruch von vorherigen Ausbildungsverhältnissen) Bisherige berufliche und fachliche Entwicklung (Praktika, Vorkenntnisse etc.) Warum dieser Ausbildungsberuf? Warum dieses Unternehmen? Fragen zu Ihrer Person (Interessen, Kenntnisse, Fähigkeiten, Allgemeinwissen, Hobbies, aber auch: Teamfähigkeit, Problemlösungsverhalten, Konfliktfähigkeit, Kreativität, Engagement, Arbeitstugenden) Fragen zu Ihrer privaten Situation (Kindheit, Jugend, Familie, Freunde, Sozialisation, Freizeit etc. Achtung: Möglicherweise begibt sich der Fragende hier auf unzulässiges Terrain, nicht alle privaten Fragen müssen Sie beantworten! Grundsätzlich gilt: Private Fragen sollten mit Ihrer Ausbildung etwas zu tun haben. Vgl. Sie hierzu auch die Rubrik: Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch, Fragen an Sie.)

Informationsphase (Fragen des Bewerbers)

Ein Vorstellungsgespräch ist keine Einbahnstraße. Oder: Wenn es eine solche war, können Sie davon ausgehen, dass Sie Ihre Chance verpasst haben!
Das Vorstellungsgespräch ist Ihre (einzige!!) Möglichkeit, Fragen zu stellen, Probleme anzusprechen, mehr über das Unternehmen, die Ausbildung und die Perspektiven im Unternehmen zu erfahren und so steuernd in den Verlauf des Gespräches einzugreifen. Diese Möglichkeit ungenutzt verstreichen zu lassen, ist nicht nur fahrlässig, sondern wird auch als klares Minus auf Ihrem Konto verbucht. Je mehr Interesse Sie jetzt bekunden, je mehr Intelligentes Sie in diesem Teil des Gespräches beisteuern können, desto besser sind Ihre Chancen. Geben Sie sich jetzt informiert, interessiert und motiviert! Fragen zum Unternehmen: Versuchen Sie, das Wissen, das Sie sich im Vorfeld über das Unternehmen angeeignet haben, in das Gespräch einzubringen bzw. darüber hinaus mehr an Information einzuholen: Dienstleistung, Produktion, Produktionsweise, Zielgruppen, Märkte, Standorte, national oder international, Arbeitstechniken oder Verfahren, Struktur, Zusammenwirken einzelner Abteilungen, evtl. Partnerunternehmen, kommen Leistungen von außen etc. Fragen zu Ihrem Arbeitsplatz: Anforderungen, Aufgaben, mit welchen Arbeiten werden Sie im Alltag konfrontiert sein, Schwerpunkte Ihrer Ausbildung werden in der Praxis wie umgesetzt, wo werden Sie eingesetzt, wie viele Kollegen (Altersstruktur), wie sieht der Arbeitsplatz aus, Kompetenzen und Befugnisse, wer übernimmt die Einarbeitung, Entwicklungsmöglichkeiten im Unternehmen, Weiterbildungsmöglichkeiten etc.

Verhandlungsphase (konkrete Fragen)

passt der Betrieb zu mir

Für Ausbildungsplatzsuchende stellt sich diese Phase des Gesprächs unkomplizierter dar als z. B. für Hochschulabsolventen, (die in dieser Phase des Gespräches beispielsweise ihre Gehaltsvorstellungen mit den Personalern abklären müssen), trotzdem sollten in beiden Fällen folgende Punkte immer durchgesprochen werden:Fixierung des angestrebten Vertrags in seinen wesentlichen Bestandteilen, d.h. Klärung der relevanten Konditionen, betriebliche Zusatzleistungen bzw. Soziale Leistungen des Unternehmens: Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, vermögenswirksame Leistungen, Zusatzversicherungen, kostenlose ärztliche Untersuchungen, betriebliche Einkaufsmöglichkeiten, Essenskostenzuschuss, Fahrtkostenzuschuss, Reise-kosten, Spesen, etc. Planen Sie, nach Ihrer Ausbildung im Unternehmen zu bleiben, können eventuell folgende Punkte hinzukommen: betriebliche Altersversorgung, Dienstwohnung, Firmen-PKW, Gewinn- und Erfolgsbeteiligungen, Provision etc. Gehalt Probezeit Kündigungsfristen Urlaub.

Gesprächsbeschluss und Verabschiedung

Ansprechpartnerin

In der letzten Phase des Vorstellungsgespräches werden noch anstehende offene Fragen geklärt (das kann zum Beispiel sein die Frage nach dem frühestmöglichen Eintrittstermin in das Unternehmen, eventuell willst du dir auch, falls möglich, den Arbeitsplatz ansehen, Fahrtkostenerstattung etc.) Abklärung des weiteren Procederes, insbesondere darüber, wann und wie du über den Ausgang des Gesprächs informiert wirst, ob ein zweites Gespräch nötig werden wird etc. Dank für das Gespräch


Vollständiger Artikel zum Downloaden:

wieverlaeufteinvorstellungsgespraech.doc [39 KB]